gretchen87

Schon alleine Schillers Drama ,, Maria Stuart " ist toll, auch wenn ich persönlich die Änderung, dass sich Maria Stuart und Elisabeth begegnen, weniger gut finde. Aber die Geschichte Maria Stuarts ist einfach nur mega interessant. Ebenso wie die Tatsche, das Elisabeth das Todesurteil für Maria unteschrieben hat ohne sie je gekannt zu haben.


Als berühmteste, berüchtigtste und bedauernswerteste Königin Schottlands galt Maria Stuart (1542–1587). Sie war nacheinander Königin zweier Länder und wollte vergeblich Herrscherin eines dritten Landes werden. Ihr erster Mann starb früh, der zweite taugte nichts und wurde ermordet, der dritte musste flüchten. Zuletzt verlor sie fern der Heimat im Land ihrer Todfeindin ihren Kopf.

Der Beginn des Lebens von Maria Stuart stand unter einem unglücklichen Stern. Als sie am 8. Dezember 1542 in Linlithgow (Schottland) das Licht der Welt erblickte, erhofften sich ihre Eltern sehnlichst einen männlichen Thronfolger, da sie zuvor zwei Söhne in jungen Jahren verloren hatten. Ihr Vater war König Jakob V. von Schottland (1512–1542), ihre Mutter Maria von Guise (1515–1560) stammte aus Frankreich.

König Jakob V. starb einige Tage nach der Geburt Maria Stuarts am 13. Dezember 1542 im Alter von 31 Jahren in Falkland (Schottland). Er erlag den Folgen schwerer Verletzungen, die er in der verlorenen Schlacht bei Solvey Moss gegen die Engländer erlitten hatte.

Kriegsgegner England schickte nach der Geburt Maria Stuarts Glückwünsche und einen Heiratsantrag des Kronprinzen Eduard VI. Tudor (1537–1553), des Sohnes von König Heinrich VIII. Tudor (1491–1547) und seiner dritten Frau Johanna Seymour (1509–1537). Auf diese Weise wollte England ohne Blutvergießen in den Besitz von Schottland kommen. Ab 1544 herrschte Maria von Guise als Regentin für ihre minderjährige Tochter Maria Stuart.

Die Schotten lehnten später den Heiratsantrag aus England ab. Dies erzürnte König Heinrich VIII. so sehr, dass er gegen Schottland in den Krieg zog, um mit Waffengewalt dem Sohn die versprochene Frau ins Haus zu holen. Es war eine der brutalsten Brautwerbungen der Geschichte. Der Krieg zwischen England und Schottland ging auch

nach dem Tod von Heinrich VIII. am 28. Januar 1547 weiter. Nachfolger wurde sein neunjähriger Sohn Eduard VI., für den dessen Onkel Eduard Seymour (um 1500–1552), Herzog von Somerset, als Regent herrschte.

Marie von Guise floh 1548 mit ihrer Tochter Maria Stuart nach Frankreich. Dort empfing man sie mit offenen Armen, denn Frankreich und Spanien waren damals die erbittertsten Feinde Englands. 1549 wurde der fünfjährige französische Thronfolger Franz II. (1544–1560) Verlobter der sechsjährigen Maria Stuart.

Am 6. Juli 1553 starb der englische König Eduard VI. im Alter von nur 15 Jahren. Nachfolgerin wurde seine Halbschwester Maria I. Tudor (1516–1558). Sie heiratete 1554 den katholischen spanischen Thronfolger Philipp II. (1527–1598), den man 1556 zum König krönte. In England ließ sie wieder den katholischen Glauben einführen und Protestanten hinrichten.

Nach dem Tod von Maria I. Tudor am 18. Februar 1558 beanspruchte Maria Stuart den englischen Thron. Sie war die Urenkelin von Heinrich VII. von England (1457–1509), der die Dynastie der Tudors begründete. Doch statt ihrer krönte man am 15. Januar 1559 – dem Thronfolgegesetz folgend – die protestantische Elisabeth I. Tudor (1553–1603), die Tochter von Heinrich VIII. aus dessen zweiter Ehe mit Anna Boleyn (1507–1536).

König Heinrich II. von Frankreich (1519–1559) erklärte Elisabeth I. zur Bastardin und ihre Thronbesteigung für usurpatorisch und ließ seine Schwiegertochter Maria Stuart zur Königin von England ausrufen. Am 24. April 1558 heirateten die 15-jährige Maria Stuart und der 14-jährige Franz II. in der Kathredrale Notre Dame in Paris.

Nach dem tödlichen Unfall seines Vaters am 10. Juli 1559 bei einem Turnier wurde Franz II. neuer König von Frankreich. Er stand jedoch ganz unter dem Einfluss seiner Mutter Katharina von Medici (1519–1589) und der Herzöge von Guise.

Am 11. Juni 1560 starb Maria Stuarts Mutter, Maria von Guise. Auch Marias kränklicher Gatte, Franz II., hauchte am 5. Dezember 1560 im Alter von nur 16 Jahren sein Leben aus. Danach herrschte Katharina von Medici von 1560 bis 1563 als Regentin für ihren Sohn Karl IX. (1550–1574) in Frankreich. Ebenfalls 1560 haben England und Schottland nach einem weiteren Krieg in einem Friedensvertrag vereinbart, dass Schottland protestantisch wird und Maria Stuart keinen Anspruch mehr auf den englischen Thron erheben darf.

1561 kehrte Maria Stuart nach 13-jähriger Abwesenheit in ihre Heimat zurück, um dort die Regierung zu übernehmen. Am Morgen des 19. August 1561 betrat sie bei dichtem Nebel erstmals wieder schottischen Boden. Am 2. September 1561 jubelte das Volk in der Hauptstadt Edinburgh seiner schönen 18-jährigen Königin zu.

Entgegen dem Friedensvertrag von 1560 erhob Maria Stuart in einem Brief an Königin Elisabeth I. erneut ihren Anspruch auf den englischen Thron. Sie machte jedoch das Kompromissangebot, wenn sie selbst schon nicht über England herrschen könne, dann sollten dies spätestens ihre Kinder tun.

In ihrer Heimat hatte die Katholikin Maria Stuart als Herrscherin einen schweren Stand. Dort gründete der evangelische Adel die reformierte schottische Nationalkirche, deren Führer John Knox (1505–1572) der größte Feind der Königin war. Die Nationalkirche geriet in Konflikt mit Maria Stuart und erhielt militärische Hilfe aus England. Maria musste für ihr Land den Protestantismus als Staatsreligion anerkennen, bestand aber für sich selbst auf dem katholischen Glauben.

Überraschend wählte Maria Stuart ihren katholischen Vetter Lord Heinrich Stuart Darnley (1545–1567) einen eitlen, weichlichen Opportunisten, als Gemahl. Doch als am 29. Juli 1565 die königliche Trauung stattfinden sollte, erschien der Bräutigam aus Angst vor protestantischen Mördern nicht. Bereits nach der Zeremonie hatte Maria genug von Darnley.

Die Ehe mit Lord Darnley löste einen Aufstand der protestantischen Lords aus. Daran beteiligte sich auch Maria Stuarts Halbbruder, James Stuart, Graf von Murray (um 1531–1570), der Führer der protestantischen Partei, der nach Niederschlagung der Rebellion nach England floh. Danach plante Maria die Rückkehr ihres Landes zum katholischen Glauben und ein bewaffnetes Vorgehen gegen England.

Obwohl ihr Gatte schon lange nicht mehr in ihr Bett durfte, wurde Maria Stuart plötzlich schwanger. Als Vater verdächtigte man den königlichen Sekretär David Riccio (um 1533–1566), der am 9. März 1566 vor den Augen der im sechsten Monat schwangeren Königin von adligen Verschwörern mit 56 Stichen ermordet wurde. Zu der Bluttat hatte Lord Darnley angestiftet.

Am 19. Juni 1566 brachte Maria Stuart den Thronfolger Jakob VI. (1566–1625) zur Welt. Die unvermählte und kinderlose Königin Elisabeth I. war davon tief getroffen, schickte jedoch ein goldenes Taufbecken und unterbreitete Maria Stuart das Kompromissangebot, sie solle den Protestantismus akzeptieren und auf den englischen Thron verzichten, den erst ihre Kinder besteigen sollten. Die Schottenkönigin lehnte dies ab.

Am Abend des 9. Februar 1567 besuchte Maria Stuart in Edinburgh ihren an Syphilis erkrankten Mann Lord Darnley und eilte danach ins Schloss zu einem Maskenball zurück. Etliche Stunden später, am Morgen des 10. Februar 1567, explodierte das Haus, in dem Darnley wohnte, und dieser lag tot im Garten. Ein Zeuge sah kurz zuvor am Tatort James Hepburn Bothwell, Herzog von Orkney und Shetland (um 1536–1578), einen Vertrauten von Maria Stuart.

Der wegen des Anschlages angeklagte Bothwell überstand ungeschoren das erste Untersuchungsverfahren. Freunden gegenüber verriet der noch gebundene Adlige, dass er Maria Stuart heiraten wolle. Kurz danach entführte er die Königin auf seine Festung, wo ihm diese die Heirat versprach. Ob dies aus freien Stücken oder erst nach einer Erpressung oder sogar Vergewaltigung geschah, weiß man nicht.

Die Heirat der Königin nach protestantischem Ritus am 15. Mai 1567 mit dem mutmaßlichen Mörder ihres Mannes entzweite die schottischen Lords. Acht Kilometer von Edinburgh entfernt trafen Oppositionelle und Königstreue aufeinander, scheuten aber vor einer Schlacht zurück. Daraufhin ergab sich Maria Stuart kampflos. Bothwell flüchtete nach Norwegen und starb später in dänischem Gewahrsam.

Maria Stuart wurde von schottischen Lords auf die Inselfestung Lochleven gebracht und dort eingesperrt. Im Juli 1567 erzwang eine Abordnung die Abdankung der Königin zugunsten ihres Sohnes Jakob VI. Als dessen Vormund fungierte James Stuart, Graf von Murray. Am 5. Mai 1568 ermöglichte ein in Maria verliebter Page deren Flucht aus der Festung.

Nach der Überfahrt in einem Fischerboot betrat Maria Stuart am 16. Mai 1568 englischen Boden. Dort erneuerte sie ihre Ansprüche auf die englische Krone und wurde am 19. Mai 1568 verhaftet. Nach dem Auftauchen belastender Dokumente, die ausgerechnet ihr Stiefbruder der englischen Königin zuspielte, machte man Maria Stuart den Prozess wegen Mordes an ihrem Mann Darnley. Doch die – vermutlich gefälschten – Beweise reichten für eine Verurteilung nicht aus.

1570 annullierte der Papst die Ehe von Maria Stuart mit James Hepburn Bothwell. Später begehrte Thomas Howard, Herzog von Norfolk (1536–1572), die gefangene Maria Stuart. Er wollte sie befreien und heiraten. Der Herzog wurde wegen einer Verschwörung gegen Elisabeth I. hingerichtet.

Im Frühsommer 1586 erhielt Maria Stuart im Gefängnis den Brief des katholischen Verschwörers Anthony Babington (1561–1586), der die Ermordung von Elisabeth I. und die Befreiung Maria Stuarts mit spanischer Hilfe plante. Ihr Antwortbrief gelangte in die Hände des Ratgebers der englischen Königin, die einen Prozess wegen Hochverrats befahl. Babington verhaftete man 1586, verurteilte ihn als Hochverräter und vierteilte ihn.

Das Todesurteil gegen Maria Stuart wurde am 25. Oktober 1586 gesprochen und erst am 1. Februar 1587 widerwillig von Elisabeth I. unterschrieben. In ihrem Abschiedsbrief schrieb Maria Stuart: „Ich sterbe lieber tausend Tode, als anzuerkennen, dass ich Untertan von irgendjemand bin.“ Zur Hinrichtung in Fotheringhay Castle (Nordhamptonshire) ging sie ruhig und gefasst in einem roten Untergewand, der Farbe der Märtyrer. Der Henker schlug drei Mal mit dem Beil zu.
Nach dem Tod von Königin Elisabeth I. am 24. März 1603 wurde Maria Starts Sohn, Jakob VI. von Schottland, als Jakob I. auch König von England und Irland. Er war einer der markantesten Vertreter der Lehre vom „göttlichen Recht der Könige“. Die Gräber der beiden Königinnen, Elisabeth I. und Maria Stuart, befinden sich – nicht weit voneinander entfernt – in Westminster Abbey in London. So nah waren sich die beiden Cousinen im Leben vorher nie gewesen.

Bis heute ist nicht eindeutig bewiesen, dass Maria Stuart ihren
Mann hat umbringen lassen. Also ein Mythos, der nie eindeutig aufgedeckt werden kann. Laut Geschichte soll Maria Stuart bei ihrer Hinrichtung ein rotes Klaid getragen haben, da man das Blut nicht sehen sollte. Selbst als sie wusste sie wird sterben, hat sie ihren Glauben nie verloren.